Banner Das-Gas-ist-Rechts.de
nächstes Event
keine Events verfügbar
DSCF1271

4ter Seriensportlauf – erfolgreiche Rückankunft in Hockenheim

Am gestrigen Samstag, den 26. Juli 2008 war es endlich so weit – ich sollte dahin zurückkehren wo vor vielen Jahren alles begann – zum Hockenheimring. Dort, wo ich damals noch mit Rudi und Marcel bei den Touristenfahrten (oder besser Terroristenfahrten ?) meine ersten Runden drehte und der Sucht der Rennstrecke zum Opfer gefallen bin sollte es nun also so weit sein – der 4te Lauf zur deutschen Seriensportmeisterschaft steht an. Das letzte mal war ich hier 2005 in Hockenheim und hoffte, dass mir die von damals gesammelte Streckenerfahrung ein wenig im Kopf geblieben war.

hockenheimGP


Da Frankie selbst quasi neben der Strecke wohnt haben wir uns entschieden bereits am Freitag anzufahren, das Lager aufzubauen und den Papierkram zu erledigen und uns anschliessend bei Dinner zuhause einzunisten um am nächsten morgen entspannt die Dauerprüfung zu bestreiten. Der Freitag verlief ohne grössere Besonderheiten, alles war schnell aufgebaut und wir konnten uns entspannt auf den Samstag morgen freuen.
P1030158


Samstag morgen, 6:50 der Wecker reisst uns aus dem Schlaf. Na gut, ganz so schlimm war das nicht, ich war eh schon wach. Also gemütlich wach werden, schnell durchs Bad huschen, anziehen und ab zum Ring um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Der Reifendruck wurde überprüft, das Motorrad getankt und die Reifenwärmer aufgezogen – alles war bereit und wartete auf den Start der Dauerprüfung.
P1030167


Um 8:50 ist es dann endlich so weit, wir dürfen auf die Strecke und fahren gemeinsam raus um unsere ersten Runden zu drehen. Die anderen drehen direkt wie blöde am Hahn und sind innerhalb weniger Runden weg – nun gut auch nicht schlimm, ich nehme mir die Zeit die ich brauche um wieder richtig in Hockenheim anzukommen – wir sind ja in der Dauerprüfung und haben 80 Minuten Zeit um 22 Runden zu drehen – das sollte nun wirklich kein Problem sein.
Das von mir selbst erklärte Ziel war es in der Dauerprüfung eine 1:58er Zeit und mindestens einen Meisterschaftspunkt zu erfahren – zwar recht weit von meinen Bestzeiten entfernt aber schnell genug um im Mittelfeld mitfahre zu können. Die ersten Runden waren noch nicht ganz so überragend, mit gemütlichen 2:03 kehrte ich aus der ersten fliegenden Runde zurück – ab jetzt verbesserte ich mich mit jeder Runde Stück für Stück. Gemütlich, ohne grossen Druck drehte ich meine Runden, suchte meine Bremspunkte und spulte somit meine Dauerprüfung ab. Es dauerte nicht lange bis die erwünschte 1:58 auf meinem Laptimer stand und meine Tankleuchte aufblinkte. Komisch – so schnell der Tank leer – mensch macht das wieder ein Spass. Also raus ans Auto und auftanken, ich will wieder raus. Gesagt – getan – schnell aufgetankt, wieder aufs Moped rauf und raus auf die Strecke. Besonders der Bremspunkt ende Parabolika machte mir noch einige Probleme – ich bremse viel zu früh und verschenke unnötige Zeit. Na wie auch immer, am ende der Dauerprüfung steht eine 1:57 auf meinem Laptimer und ich bin zufrieden. Zurück an unserer kleinen Zeltstadt wurde das Motorrad betankt, die Reifen gewechselt und Ruhe kehrte ein – bis zum Start um 14:45 haben wir noch ewig Zeit.
P1030160


Das Glück was heute auf meiner Seite war (alle Ziele bisher erreicht, keine Probleme) scheint Frankie heute leider etwas zu fehlen. Dieser musste bereits während der Dauerprüfung einmal raus da seine Maschine leider der Meinung war das Kühlwasser nicht mehr zu benötigen. Nach eifrigem Schrauben konnte er wieder raus um die Dauerprüfung fortzusetzen, leider fehlten im am Ende jedoch 2 Runden zu den benötigten 22 was eine Strafzeit von 200 Sekunden auf das später zu erfahrene Rennergebnis bedeuteten – echt schade.
Endlich ist es so weit, wir werden zum Start zur Sprintprüfung aufgerufen. Die Verrückten werden auf den heiligen Rennstreckenboden von Hockenheim losgelassen um Ihr bestes zu geben. Also ab dort hin, wo ich schon so lange wieder hinwollte – zum Start. Nach der Einführungsrunde postieren wir uns zurück auf unseren Startplätzen – ich stehe aus Position 12 – schräg hinter Frankie der auf 7 ins Rennen geht.
P1030246


Die Ampel springt auf rot – die Drehzahl springt nach oben, der erste Gang im Getriebe eingelegt, Kupplung kurz vorm Schleifpunkt, Oberkörper nach vorne und der Starre Blick zur Ampel. Da ist es so weit, die Ampel springt um, das Rennen ist eröffnet. Der Start gelingt mir mal wieder ganz gut, nach nur wenigen Metern habe ich Frankie und diverse andere Mitstreiter vollstreckt und gehe als 5ter oder 6ter in die erste Kurve.
P1030248


Leider ist die nächste Kurven nicht so ganz mein Freund, ich bremse ein bisschen zu früh und bemerke plötzlich innen neben mir 3 weitere Fahrer, darunter Frankie und Mauri und ein weiterer, mir unbekannter, Aufzünder. Nun ich entscheide mich gegen die Kampflinie immerhin wird das Rennen nicht in den ersten Kurven entschieden und lasse Frankie und Mauri passieren – der dritte muss dann aber doch dahinter bleiben wir sind ja nicht bei der Wohlfahrt. Auf der Parabolika fahre ich dann wieder an Frankie vorbei, welcher mich im Anbremsen auf die Spitzkehre jedoch wieder vollstreckt. Dennoch fahre ich vor ihm ins Motodrom ein, werde vor der Sachskurve jedoch erneut von ihm überholt – so macht das keinen Sinn – wir bekämpfen uns hier unnötig obwohl wir weiter nach vorne wollen – also überhole ich ihn auf der Start-/Zielgeraden nicht und bleibe erstmal dahinter um Zeit auf die anderen gut zu machen.
IMG_8344


Einige Meter später laufen wir auf eine GSX-R 750 auf, Frankie bremst sich kaltschnäuzig an diesem vorbei und zieht davon. Ich kann im Rausbeschleunigen zwar an der Gixxe dranbleiben jedoch nicht vorbeiziehen. Im nächsten Anbremsen kann es klappen – mist der bremst hier auch spät … dann halt die nächste Kurve. Ich versuche 2 Runden irgendwo an der Gixxe vorbeizukommen, bin aber immer ein wenig zu spät oder sagen wir besser – zu Rücksichtsvoll. Ich möchte hier nicht reinstechen und einen Sturz provozieren – also fahre ich lieber hinterher. Dann die Einfahrt ins Motodrom – ich schaffe es beim Anbremsen in die Sachskurve vor ihm zu sein und gehe in die Kurve. Doch was passiert hier nun? Der gegnerische Fahrer hält voll dagegen und drängt mich innen auf die Kurbs – der Sack fährt doch wirklich Kampflinie und will mich nicht so einfach vorbei lassen. Nun gut, was Du kannst das kann ich auch und ich packe ebenso das Messer aus, haue es mir zwischen die Zähne und brenne die Gixxe auf übelste daher – endlich vorbei. Ich habe viel Zeit verloren – der Rest des Feldes ist ausserhalb meine Sichtweite.
Ich schreie mein Baby an, da muss mehr gehen – ich habe das Gefühl heute gut unterwegs zu sein. Also einigen wir uns darauf das Tempo ein wenig zu erhöhen und Gas zu geben. Der Laptimer bestätigt unser vorhaben in den entsprechenden Rundenzeiten. War ich vor dem Überholmanövers der Wanderschikane noch mit Zeiten um die 2 Minuten unterwegs standen nun Zeit von 1:56 auf dem selbigen. Die Arbeit lohnt sich, ich hole wieder auf und sehe plötzlich wieder Gegner am Horizont. Das gibt mir zusätzlichen Ansporn – ich drehe noch ein wenig am Hahn und komme recht schnell näher. Anfangs denke ich dass dies die erste Überrundung sein könnte doch als ich näher komme erkenne ich, dass es sich hierbei um Mauri handelt – also den Fahrer mit dem Frankie sich schon öfter einen netten Zweikampf geliefert hat. Erstaunlicherweise kann ich recht gemütlich an diesem vorbeifahren und setze meine Aufholjagd fort.
P1030277


Leider sehe ich aus dem Augenwinkel wie Frankie, auf welchen ich nun Meter für Meter aufhole, in die Boxengasse abbiegt. Sein Motor spielt leider nicht mit und er muss das Rennen vorzeitig beenden. Echt schade, ich bin mir sicher dass ich ihn ebenfalls auf der Strecke hätte besiegen können. In der Folge überhole ich noch 2 weitere Fahrer und komme dann mit relativ viel Abstand nach vorne und hinten ins Ziel.
Nachdem ich meine Auslaufrunde beendet und das Motorad abgestellt habe begebe ich mich zu Fuss zurück zum Auto. Bianca kommt schon auf mich zugelaufen und erzählt mir was von Platz 8. Wie? echt? ich bin ein wenig Sprachlos so weit vorne gelandet zu sein und muss erstmal was trinken. Im späteren stellt sich heraus dass ich doch nicht 8ter sondern sogar 7ter geworden bin.
Für mich eine super Leistung – Platz 7 von 21 Startern war für mich vor der Saison niemals denkbar. Es geht also wieder aufwärts – ich finde Sekunde nach Sekunde wieder und kämpfe mich langsam vom ende des Feldes nach vorne … na 2 Rennen sind ja noch, mal sehen was da noch geht ;)
Frankie hat leider wesentlich mehr Pech, sein Motor leidet vermutlich unter einer defekten Zylinderkopfdichtung und muss nächste Woche dringenst zur Werkstatt damit diese für das nächste Rennen in 4 Wochen wieder fit ist. Aus diesem Grund müssen wir auch leider unseren Start bei den 500 km von Hockenheim absagen … aber egal dann starten wir eben bei den 1000 km im nächsten Jahr :D

Fazit:
Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden. Meine selbst gesteckten Ziele wurden erneut weit übertroffen (Ziel=1:58, Platz 15 / Ergebnis=1:56.392, Platz 7) und ich fühle mich langsam wieder fit. Ich gewinne immer mehr vertrauen zum Motorrad und den Dunlop Reifen. Nach wie vor sehe ich die Saison als Training an und freue mich über jeden Kilometer. Ich bin gespannt wie es weiter geht und hoffe, dass die Formkurve sich weiter so positiv verhält wie bisher – nämlich steil nach oben verlaufend …

Kommentar hinterlassen

 
 

blogoscoop