Samstag, 6. September 2008, es ist so weit, der Anhänger ist gepackt und los geht es in Richtung Eifel zum Nürburgring wo der 6te und letzte Saisonlauf zur deutschen Seriensportmeisterschaft ansteht. Die Kupplung ist repariert, die Reifen an Board und auch das Grillgut wurde verpackt – einem schönen Wochenende steht also nichts im Wege – so zumindest der Plan …
Angekommen am Nürburgring waren Frankie und Henny bereits vor Ort. Wir bauten die Zelte auf und parkten unsere Maschienen unter selbigen um anschliessend zum gemütlichen Teil des Tages in Verbindung mit Fleisch, Korea und Benzingequatsche überzugehen. Die Stimmung war gut und der Abend lustig, allgemeine Vorfreude auf den nächsten Tag bei allen zu verspüren, das wird ein super Wochenende …
Sonntag morgen, der Himmel ist grau und es ist kalt. Keine Frage, Pilot Power heisst der Reifen der Wahl, für die Dunlops ist es zu kalt und das Risiko des Nieselregens möchte niemand in Kauf nehmen. Also Reifen umbauen, um 8 Uhr geht es los zur ersten Dauerprüfung. Pünktlich stehen wir am Vorstart und warten darauf, auf die Strecke gelassen zu werden.
Die ersten Runden verlaufen gut, man tastet sich lansam an die Wetterverhältnisse heran, teilweise nieselt es ein wenig. Nix riskieren, einfach nur die Runden abspulen ist mein Motto. Andere sehen es nicht so gelassen und viele Motorräder liegen im Kies. Nach knapp 30 Minuten dann der Abbruch, ein Fahrer hat sich zerlegt und die Rennleitung entscheidet zu dessen Sicherheit den ersten Teil der Dauerprüfung zu beenden. Aufgrund der Streckenverhältnisse wird die Anzahl der zu fahrenden Runden drastisch reduziert, mir fehlen noch 4 Runden, na das schaffe ich ja gemütlich in den nächsten 40 Minuten … Also zurück zum Zelt, Auftanken und Reifenwärmer drauf – um 10:20 geht es weiter.
Auch der 2te Teil der Dauerprüfung beginnt gut für mich, ich fühle mich sicher und drehe schnelle Runden. Alles scheint perfekt, es scheint …
Nach einigen Runden entscheide ich mich den Speed etwas zu erhöhen um langsam auf den Speed für das spätere Sprintrennen zu kommen. Ein gutes Gefühl habe ich im Magen doch dann der Fehler. Ich biege in die letzte Kurve ein und gebe Gas. Die GSX-R macht einen üblen Slide und möchte mich abwerfen. Plötzlich kommt der Grip wieder und ich finde mich in der Luft wieder, ein Salto, ein Schlag auf den Kopf und schon liege ich auf der Strecke. Direkt der Blick nach Rechts und Links, der Fahrer hinter mir ist weit genug weg, die GSX-R rollt links an mir vorbei und fällt langsam ins Kies um – später stellt sich heraus dass ausser Kratzer im Lack keine Schäden zu finden sind.
Bei mir sieht es anders aus … die rechte Hand schmerzt stark und ich begebe mich ins Medical Center. Hier wird mir leicht schwarz in die Augen und es geht ins Krankenhaus. Hier die Diagnose, der Kopf scheint OK, die Hand ist aber kaputt. Der Mittelfinger ist 2fach gebrochen, beide Gelenke haben etwas abbekommen – ich muss zu einem Handchirurgen. Die Entscheidung ist schnell gefällt, ab ins BG nach Frankurt zu den Spezialisten.
Diese operieren mich am Dienstag ambulant. Ich bekomme ein “Federbein” (so schaut es für mich zumindest aus) in die Hand eingesetzt welches den Finger auf Zug hält. Das abgesplitterte Gelenk wird wieder zusammengesetzt und soll in den nächsten 6 Wochen wieder zusammenwachsen. Noch besteht die Gefahr, dass das Gelenk steif bleibt, davon gehe ich aber nun mal nicht aus.
Inzwischen bin ich wieder zuhause. Bianca und meine Mutter sorgen beide bestens für mich und ich hoffe, dass die Schmerzen bald nachlassen. Der Finger wird inzwischen schon wieder leicht bewegt (auf anraten des Arztes) und am Montag ist Kontrolltermin …
Drückt mir also die Daumen … die Saison ist somit leider beendet, das Biketoberfest muss für mich ausfallen. Das Video vom Sturz werde ich am Montag hier veröffentlichen …
P.S. Laut meinem Arzt ist mein Finger zwischen Gasgriff und Bremshebel eingeklemmt worden und wurde deshalb verletzt. Demnach werden nun erstmal die Klapphebel für Bremse und Kupplung bestellt, das ganze ist nämlich extrem schmerzhaft …