Das Unheil nimmt seinen Lauf – Ausfall in Oschersleben
Nach dem bereits verunglückten Saisonstart bei den 1000 Kilometern von Hockenheim stand der nächste Start zum Langstreckenrennen in Oschersleben auf dem Plan. Plan, das ist ein gutes Stichwort, der hat nämlich mal wieder überhaupt nicht hingehauen. Ursprünglich wollte ich am Donnerstag gemeinsam mit meinem Cousin Frank auf seiner ZXR 400 im Langstreckenrennen starten, anschliessend am Samstag gemeinsam mit Uwe und Roland das Langstreckenrennen auf der RSV in Angriff nehmen und am Sonntag im Seriensport an den Start gehen.
Nachdem Uwe beschloss einige Montagstrainings in Hockenheim zu besuchen um die Motorräder nochmal ordentlich zu testen und selbst noch ein paar Sekunden zu finden entschied ich mich diesen Plan zu teilen und ihn vor Ort zu unterstützen. Dummerweise hätten wir dies mal besser lassen sollen denn Uwe stürzte in der Spitzkehre mit der RSV und brach sich hierbei 3 Rippen. Somit war der Plan gemeinsam die Langstrecke in Angriff zu nehmen dahin. Nachdem dann bald klar war dass Uwe nicht mit nach Oschersleben kommen kann habe ich mich kurzfristig entschieden den Start im Seriensport auch zu canceln und nur mir Frank die 2 Stunden in Angriff zu nehmen.
Also ging es in Richtung Osten – nach Oschersleben. Das Fahrerlager schön gefüllt, das Wetter perfekt, ein volles Starterfeld und das Motorrad gut vorbereitet – das kann doch nur klappen. Gemeinsam gingen Frank und ich auf seiner Kawasaki ZXR 400 an den Start.
Da Frank das erste mal in Oschersleben war entschieden wir dass ich nur 10 Minuten im ersten Qualifying nutzen würde um eine anständige Startposition herauszufahren, die restlichen 50 Minuten sollte Frank nutzen um die Strecke kennen zu lernen. Petra stoppte mit der Uhr eine Zeit um die 1:45 – gut das sollte für einen Platz in den ersten Reihen genügen. Frank kam gut zurecht und wurde langsam schneller – wir hatten ein gutes Gefühl. Als wir dann den Startplatz sahen wurde dieses Gefühl wieder zunichte gemacht – Startplatz 16. Dier Erklärung hierfür klang logisch – es wurden nur die Zeiten vom 2ten Qualifying herangezogen, beim ersten gab es ein Problem mit der Zeitnahme. Nun gut – dann eben aus dem Mittelfeld starten …
Um 16 Uhr stand ich dann auf der Strecke, das Motorrad wurde von Frank auf der Gegenseite gehalten, ich blickte nach rechts und links – mensch ganz schön voll hier – ob das alles gut geht? Das Schild “noch eine Minute” wird hochgehalten, langsam in Position gehen. Der Start erfolgt, ich sprinte zum Motorrad und bin als einer der ersten auf dem Moped. Mist, sie springt nicht direkt an – ah jetzt ja – los gehts. Die ersten Fahrer drücken sich schon an mir vorbei – so war aber nicht gewettet. Es geht auf die Brücke zu, warum bremsen die alle – wir fahren doch nur kleine und leichte Mopeds – egal durch da. In der Hotelkurve fahre ich aussen an ein paar Mitstreitern vorbei, Bremse mich vor der Hasseröder weiter vorbei und gehe als 8ter auf die Trippel zu. Gut – immerhin schonmal ein paar Plätze gewonnen … Ich richte noch 3 Gegner hin und komme auf Position 5 aus der ersten Runde – das schaut gut aus.
Runde um Runde komme ich besser mit dem für mich ungewohnten Motorrad zurecht und überhole Gegner um Gegner. Ich hab zwar keine Ahnung auf welcher Position ich bin – ich schätzte mich mal auf Position 3. Nach 45 Minuten übergab ich dann das Moped wieder zurück an Frank – er ging auf die Reise.
Kurz danach kamen die Zeiten und Positionen auf Papier in die Boxengasse – Wir liegen auf Position 1 der Gesamtwertung. Whow – das ist ja besser als vermutet – es gibt quasi kaum Verbesserungspotential … Frank dreht seine Runden und ist kaum langsamer als ich – das sieht doch gut aus.
Ich sitze gemeinsam mit Julia in der Boxengasse auf unseren Stühlen – es sind etwa 35 Minuten rum. Noch gut 10 Minuten und ich darf wieder raus. Ich freue mich darauf die kleine nochmal 30 Minuten lang um den Kurs prügeln zu dürfen und träume vom Gesamtsieg. Warum schaut Petra nur so komisch während Sie an der Boxenwand steht? Einige Blicke gewechselt – und klar ist Frank ist überfällig. Moritz läuft zur Zeitnahme und kommt mit der schlechten Nachricht zurück – Frank ist gestürzt … das Motorrad kommt zur technischen Abnahme, dem Fahrer geht es gut.
Wir verlassen die Boxengasse und wollen gerade zur technischen Abnahme sprinten als Frank uns entgegenkommt. Er beruhigt uns und meint nur wir hätten jetzt viel Zeit … weiter fahren wäre nicht mehr drin. Nun gut, das nehmen wir mal so hin, packen ein und begeben uns zurück zu unserem Lager.

Nun gut, Frank hat in der Hotelkurve das Vorderrad verloren und ist abgestiegen. Das Motorrad hat sich, ebenso wie Frank, überschlagen. Nur sah Frank doch noch deutlich besser aus als das Motorrad (wer Frank kennt der weiss, dass das normal nicht der Fall ist *g*). Hauptsache Frank ist OK … Das Motorrad bekommen wir schon wieder hin – bis Sonntag – hier soll Frank im Seriensport auf der zerstörten 400er an den Start gehen.

Beim nächsten mal wird alles besser – sollte der MSF Sauerland wirklich im September nochmal ein solches Langstreckenrennen für die Klasse 5 durchführen werden wir wieder am Start sein – und dieses mal ankommen … und zwar vorne