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4ter Platz auf SV 650 beim letzten Seriensportlauf in Hockenheim

Montag, August 30th, 2010

Das war sie also nun – die Saison 2010. Viel vorgenommen hatte ich mir im Winter für dieses Jahr – so sollte die letztjährige Saison nocheinmal getoppt werden und insgeheim erhoffte ich mir den Titel in der Klasse 3. Ganz anders ist es dann aber gekommen – durch einen Sturz bei den 1000 Kilometern von Hockenheim und die damit verbundene Verletzung war die Saison schon früh beendet. Ganz so wollte ich dann aber nicht von der Bildfläche verschwinden – also entschied ich mich auf meiner 2ten Maschine, welche eigentlich nur auf der Strasse gefahren wird, beim letzten Lauf in Hockenheim in Klasse 5 an den Start zu gehen.

Da die Suzuki SV 650 S von Haus aus etwas zu viel Leistung für diese Klasse hat (bitte nicht lachen) musste sie gedrosselt werden. Zu diesem Zweck wurde ein Powercommander verbaut und die Leistungs mittels eines Mappings eines Seriensportkollegen auf die maximal erlaubte Leistung gedrosselt. So ging es dann, gemeinsam mit meinem Cousin Frank, welcher seinen ersten Start auf seiner ZXR 400 in der gleichen Klasse plante, also richtung Hockenheim.

Die Ansage der Wettervorhersagen war klar – wechselnde Verhältnisse und dass mit nur einem Felgensatz. Am Samstag morgen ist es trocken – also entscheide ich mich, aus Faulheit dazu, mit der Originalbereifung zur ersten Dauerprüfung rauszufahren und erstmal abzuwarten wie sich das Wetter so entwickelt. Der Plan, einfach nur die Runden abzuspulen, ging allerdings nicht ganz auf. Nachdem mich einige der Klasse 5 Kollegen übholten wollte ich dann doch etwas zu viel und ging in der langen Rechtskurve richtung Mercedes-Tribüne über das Vorderrad ab. Der Rutscher kündigte sich quasi an – der Versuch die Kleine wieder auf die Reifen zu heben glückte nicht wirklich – somit entschied ich mich “loszulassen” und ihr beim Rutschen hinterherzuschauen. Wer die Strecke kennt weiss, dass man hier recht fix unterwegs ist – umso erstaunlicher dass die SV quasi nichts abbekommen hat. Aufgehoben, kurz kontrolliert, Motor an und ab zurück ins Fahrerlager. Dort das Motorrad nochmal genau angesehen und direkt wieder raus auf die Strecke.

Nachdem ich wieder im Zelt angekommen war wurden direkt die Felgen aus dem Moped gebaut um anständige Reifen zu montieren. Conti RaceAttack in Soft / Medium sollten das gute Stück im 2ten Teil der Dauerprüfung und im anstehenden Sprintrennen auf dem Asphalt halten – eine gute Wahl … hoffe ich. Nachdem das neue Geläuf montiert und die Reifenwärmer aufgezogen waren wurden die Schäden am Moped nochmal begutachtet – nix gravierendes – faszinierend …

Nur meine Lederkombi ist arg zerfleddert. Am Hinterteil ist quasi nichts mehr vom Leder übrig – ich war wohl echt fix und lang auf dem Po unterwegs … Kurz überlegt – Oli hat doch immer ne 2te Kombi dabei. Dieser stellte mir sein Ersatzleder auch bereitwillig zur Verfügung so dass es freudig erregt zum 2ten Teil der Dauerprüfung wieder an den Start gehen konnte. Die neuen Reifen fühlten sich super an so dass ich direkt mit Vollgas wieder auf meine Sturzkurve zuflog – Gas bleibt stehen … so viel ist sicher – Einlenken, Knie am Boden, Aufstellen und durch … so das hätten wir. Nach einigen Runden taucht eine weitere SV vor mir auf – Christian steht auf dem Kombi des Fahrers. Na dann wollen wir doch mal sehen. Ende der Parabolika bremse ich mich vorbei … Hah so geht das. Auf der Zielgeraden dann der Blick nach hinten – er ist noch dran – und zwar sehr nah. Er will es aber wissen … Also geben wir uns die nächsten Runden einen netten Fight. Mal bremst er sich vorbei, mal ich – ausgeglichen würde ich sagen und ein Vorgeschmack auf das Rennen – so hoffe ich zumindest …

15 Uhr – Noch etwas mehr als eine Stunde bis zum Start. Der Himmel wird dunkel, der Boden nass … es regnet. Aber eben nicht richtig – der Himmel kann sich nicht entscheiden was er will. Regen oder doch nicht … na wenn der es ned weiss, wer soll es wissen?
Ich überlege kurz und entscheide mich die Trockenreifen montiert zu lassen – Ich bin zu Faul jetzt nochmal rumzuschrauben – wenn es richtig regnet fahre ich eben wieder raus und lasse das Rennen sausen.
16 Uhr – ich rolle zum Vorstart – der Himmel ist dunkel, es kommt kein Regen. Kaum stehen wir am Vorstart fängt es an zu nieseln – was soll das jetzt. Verzockt? Egal – jetzt ist es eh zu spät. Wir rollen unter nieseln in die Startaufstellung – Startplatz 13 in Reihe 4. Die Einführungsrunde wird von allen relativ gemütlich angegangen – ich schaue mir die Strecke genau an und sehe nach wo es wie nass ist – Wo kann ich hier später ein Ausbremsmanöver riskieren … wo besser nicht? Im grossen und ganzen bleibt es bei der Entscheidung “oder besser nicht” …

Die Ampel ist rot – wir stehen in der Startaufstellung. Die Motordrehzahl wird erhöht, der Blick auf die Ampel fixiert. Ampel aus – die Kupplung greift und die SV geht nach vorne. Um mich herum geht es nicht so flott vorwärts, einige kommen mir vor als ob sie stehen. Ich gewinne Platz um Platz und gehe auf Position 6 oder 7 in Kurve 1. Hey, das klappt ja gut …
Nun aber vorsichtig – nicht zu viel Riskieren. An Stefan fahre ich eben noch schnell vorbei dann hänge ich mich an die anderen und fahre halt mal so mit. Stefan sieht das aber anders – er bremst sau spät und fängt an zu rutschen. Er kann sie halten – bleibt aber vorne. Gut, das schaue ich mir lieber von hinten an und fahre halt nach. Aus Runde 1 komme ich somit auf Position 5 (oder so) zurück. Beim Rausbeschleunigen auf die Parabolika rutscht Stefan böse über das Hinterrad – es ist arsch glatt. Egal – jetzt vorbei und die Power der SV ausnutzen. Ich überhole einen Kontrahenten und Stefan und übernehme die Position 3. Na das passt doch.
Gerade als ich ins Motodrom einbiege fahren die 2 Jungs vor mir schon durch die Sachskurve – die sind fix unterwegs. Ich grüble kurz ob ich einen Spurt einlegen soll – entscheide mich aber dazu lieber sicher die Position zu halten. Runde für Runde gewinne ich Abstand nach hinten, die Strecke trocknet ab, die Geschwindigkeit wird höher. Irgendwie ist es mir arg langweilig, nach vorne ist niemand zu sehen, nach hinten auch nicht wirklich – ich fahre hier meine Runden ohne Bedrängnis.

Dann, ca. 3 Runden vor Schluss, kommt plötzlich Stefan an mir vorbei geschossen. Bei ihm geht es noch um die Meisterschaft, er riskiert jetzt nochmal ein bisschen was und versucht nach vorne zu kommen. Ich bleibe noch eine gute halbe Runde an ihm dran, entscheide mich dann aber abreissen zu lassen und mich mit dem 4ten Rang zufrieden zu geben.

Genau diesen 4ten Rang fahre ich dann auch ins Ziel. Ein relativ unspektakuläres, fast langweiliges Rennen geht zuende. Die Saison 2010 ist also vorbei …

Was bleibt ist ein Pokal, eine zerschrammte SV 650 und eine kaputte Lederkombi und die Erkenntnis dass die SV 650 auf keinen Fall ein Motorrad für die Rennstrecke ist (zumindest nicht für mich).

Bilder vom Wochenende sind auf SportingPicture.com verfügbar, die Ergebnislisten direkt auf der offiziellen Seite der deutschen Motorrad Seriensportmeisterschaft.


Training am Nürburgring vorüber – Luftpumpe Ole!

Montag, August 2nd, 2010

Am gestrigen Sonntag stand das Abendtraining auf der GP-Strecke vom Nürburgring mit Dunn-Racing auf dem Plan. Ziel war es Frank ein wenig um den Kurs zu helfen damit dieser die ersten Gehversuche mit seiner neuen ZXR 400 vor dem ersten Start in der deutschen Seriensportmeisterschaft in Ruhe starten kann. Eines vorweg: es lief besser als gedacht.

Bei bestem Wetter und sehr guter Laune fuhren wir ins Fahrerlager – voll von vielen vielen Bekannten welche sich gerade beim 6 Stundenrennen duellierten fühlten wir uns direkt wieder heimisch. Gemütliches Ausladen und ab zur technischen Abnahme, welche nach einigen kleineren Diskussionen erfolgreich durchgeführt werden konnte um anschliessend zum ein oder anderen Plausch in der Boxengasse zu verschwinden. Komisch irgendwie, so richtig motiviert bin ich nicht – es geht ja eh nur darum Frank den Weg zu weisen. Also sprechen wir uns noch ein wenig ab und freuen uns auf den Start.

Pünktlich um 18 Uhr geht es dann raus auf die Strecke – mächtig voll hier. Gemeinsam fahren wir in der (bitte nicht lachen) Einsteigergruppe auf die Strecke. Hier fühlen wir uns mit unseren knapp 70 PS am besten aufgehoben – wir wollen ja niemandem im Weg herumstehen. Diese Einschätzung stellt sich als recht gut heraus – die langsamen Fahrer sind so langsam dass man gemütlich vorbeifahren kann (egal wo) – wirklich schnell ist hier niemand (nur auf der Geraden zieht mal jemand vorbei den man in der Kurve danach wieder vollstrecken kann).

Frank kommt erstaunlich gut zurecht und kann, wenn ich nicht gerade voll am Hahn reisse, durchaus dran bleiben. Offensichtlich mag er schnelle kurven, wobei er mit den langsamen Teilen doch noch seine Probleme hat. Wenn man allerdings bedenkt dass er das erste mal richtig auf der Strecke ist so ist das Bild was er hier abliefert echt gut. Ich bin gespannt was er im Seriensport, nachdem er noch etwas Training hinter sich hat, reissen kann. Nach einigen Runden sah das ganze bei Frank dann so aus:

Ich für meinen Teil muss sagen dass ich mir mit der SV ganz schön was vorgenommen habe. Zwar habe ich nicht das letzte aus der kleinen herausgequetscht sondern bin immer gemütlich um Lichtjahre vom Limit entfernt gefahren, dennoch fehlt der kleinen echt die Leistung. Erschrecken, ich fühle mich wie auf einer Luftpumpe auf dem Weg zu Schumacher-S – hier kann vorbeifliegen was gerade lustig ist. Auf der Zielgeraden verbläst mich fast alles was 2 Räder hat – mit knapp 70 PS auf die Renne ist echt nicht lustig …
Einziger klarer Vorteil ist der Bremspunkt. An Stellen an welchen ich mit der GSX-R schon voll auf der Bremse konnte ich am Samstag noch voll hinter dem Windschild liegen und am Gas bleiben – das verspricht interessant zu werden.

Alles in allem war es ein schöner abend und ich freue mich dass meine Hand so schön mitgespielt hat. Ich bin heute noch immer, wenn man das so sagen kann, schmerzfrei (ist halt ned schlimmer als sonst). Somit kann ich ruhigen gewissens den Start in Hockenheim planen ;)

Bilder vom Event gibt es, wie gewohnt, direkt auf der Webseite von SportingPicture.com


Instruktor für Frank am Nürburgring

Donnerstag, Juni 24th, 2010

Direkt vor den 1000 Kilometern von Hockenheim kauften wir für meinen Cousin Frank eine Kawasaki ZXR 400 eines ehemaligen Seriensportlers. Frank möchte darauf das Fahren auf der Rennstrecke lernen und möglichst schnell im Seriensport starten. Durch meinen Sturz und die damit verbundene Verletzung hat sich nun das erste Training für ihn doch etwas weiter herausgezögert als gedacht.

Nun ist mein Gips ab – die Hand funktioniert langsam wieder und Frank scharrt mit den Hufen. Also planen wir nun langsam die ersten Termine um ihn für den letzten Seriensportlauf am Hockenheimring vorzubereiten (er möchte hier nämlich wirklich starten …).

Nach kurzer Rücksprache mit Michael von Dunn-Racing werde ich am 1. August für Frank den Instruktor auf dem Nürburging spielen. Danke nochmal an Michael für diese Möglichkeit

Ich kann die Vorfreude nicht verbergen und könnte glatt den Kalender etwas manipulieren damit die Zeit schneller rum geht.


Oschersleben als Zuschauer … und ohne Gips

Dienstag, Juni 15th, 2010

Gerade mal 9 Wochen hat es gedauert bis der zweifache Bruch meines Kahnbeines verheilt ist. Der Gips ist inzwischen ab, die Hand kann langsam wieder richtig bewegt werden und die Steifheit geht vorüber. Dennoch ist die Entscheidung die Saison 2010 vorzeitig zu beenden (habe ich sie schon begonnen gehabt?) fix. So werde ich dieses Jahr den Seriensport nur noch als Zuschauer besuchen und den Jungs von der Tribüne oder der Box aus die Daumen drücken.

Im letzten Meisterschaftslauf plane ich einen Gaststart auf meiner “kleinen”, der Suzuki SV 650 S oder der ZXR 400 meines Cousin, in der Klasse 5 im Seriensport. Vielleicht, wenn sich die Möglichkeit bietet, auch mal eine Testfahrt auf einer KTM Superduke im MZ Cup …

Ob und wie die Saison 2011 dann bestritten wird steht noch in den Sternen. Aktuell steht für mich fest dass ich langsamer treten werde, vielleicht sogar den Rennsport aus aktiver Sicht ganz an den Nagel hänge. Die Zeit wird zeigen wohin die Reise geht…


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