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500 km von Hockenheim – Erneut technische Probleme

Dienstag, September 6th, 2011

Nach dem Gastauftritt am Lausitzring in der deutschen Seriensportmeisterschaft hatte ich gemeinsam mit Uwe entschieden dass wir unter dem Motto "Spass haben" zusammen die 500 Kilometer von Hockenheim in Angriff nehmen wollten. Also ging es an die Vorbereitungen und die Überlegungen mit welchen Waffen wir denn an den Start gehen wurden. Schnell war klar dass die Klasse der Wahl die klasse der 750er + 2-Zylinder bis 1000 ccm werden würde ... Erinnerungen werden wach, so war dies doch die Klasse in welcher ich mich von 2008 bis 2010 zuhause fühlte ...

So ging es munter gelaunt mit den 2 Aprilia RSV 1000 R und einem Ersatzmotorrad, der Honda SP2 in Richtung Hockenheim. Die Maschinen waren gut vorbereitet und standen da wie aus dem Ei gepellt. Wir bezogen unsere Box, brachten die technische Abnahme hinter uns und machten es uns am Grill vor dem Wohnwagen gemütlich. Der Plan für das Rennen war schnell gefasst: Ich fahre den Start und wir riskieren genau gar nix - einfach nur ankommen ohne Sturz war unser Ziel.

Die Qualifikation nutzen wir um die Motorräder ein letztes mal zu testen, eher gemütlich drehten wir unsere Runden und standen später auf Rang 27 mit einer 1:53 am Start.

14:15 - der Start steht unmittelbar bevor. Ich stehe auf der Zielgeraden, blicke in Richtung Torsten der mit der Flagge den Start freigeben wird und warte darauf zu Uwe zu sprinten um das Rennen in Angriff zu nehmen. Die Flagge fällt, ich laufe los, springe auf die RSV doch diese will nicht direkt starten. Einige Motorräder fliegen an mir vorbei als ich noch stehe doch dann das schöne dumpfe gebrubbel unter mir - sie läuft. Los gehts - das Vorderrad hebt sich in Richtung Himmel, ich überhole wieder einige meiner Mitstreiter als ich weit vor mir einen Fahrer quer über die Fahrbahn rutschen sehe. Runter vom Gas, Hand heben und vorsichtig vorbei fahren. Das sieht übel aus - hoffentlich ist nix ernstes passiert. Die Fahrer sind aggressiv wie lange nicht mehr - jeder Versucht das Rennen in der ersten Runde zu gewinnen - alle Wahnsinnig! Noch in dieser Runde wird das Rennen abgebrochen und wir fahren zurück zur Boxenanlage. Schnell nochmal das Motorrad voll tanken, Reifenwärmer drauf und abwarten.

Wenige Minuten später geht es weiter - wir rollen zurück in die Startaufstellung und wählen eine andere Taktik - Abwarten. Die Flagge fällt, ich renne erneut zur RSV und schaue dem Treiben erstmal nur zu - erst als der Grossteil des Feldes an mir vorbei ist starte ich die RSV und fahre dem Feld hinterher ...
Runde für Runde hole ich mir einen Mitstreiter nach dem nächsten - die RSV macht echt Spass und ich komme immer besser mit ihr zurecht.

Nach gut 55 Minuten geht die Tankleuchte an - zurück in die Box. Uwe sitzt bereits auf der 2ten RSV und wartet auf mich. Der Transponderwechsel funktioniert reibungslos, Uwe geht auf die Strecke und ich kann mich kurz ausruhen. Viel Zeit bleibt jedoch nicht, das Motorrad muss getankt werden und das kochende Wasser aus dem Kühler läuft aus dem Überlaufbehälter. Erstmal was trinken und alles abkühlen lassen - das wird.

Uwe kommt ebenfalls gut zurecht und dreht Runde um Runde. Na gut, er ist um einiges Langsamer als ich, aber das ist heute egal. Wir wollen Spass haben und ich für meinen Teil habe diesen und so wie Uwe fährt scheint es auch ihm Spass zu machen ... Alles läuft nach Plan ... bisher

Nach rund 35 Minuten übergibt Uwe wieder an mich zurück. Ich freue mich auf meine nächsten 55 Minuten Hockenheim und gehe raus auf die Strecke. Die RSV und ich machen da weiter wo wir vorher aufgehört haben - wir fahren mit konstanten 1:54 um den Kurs und holen uns Gegner für Gegner in unserer Klasse zurück. Die zwischenzeitliche Führung in unserer Klasse beflügelt uns und ich spule meine Runden ab.

Ich fliege die Parabolika runter und bremse auf die Spitzkehre an, irgendwas ist komisch. Die RSV fühlt sich ungewohnt an doch was ist das - ich kann es noch nicht genau sagen. Ich fahre durch die Spitzkehre und lade wieder durch. Hierbei schaue ich kurz nach unten in Richtung meines rechten Fusses und mir bleibt fast der Atem stehen. Gerade als ich runterschaue verliere ich einen Deckel der rechten Motorseite (wie sich später herausstelt ein im Kupplungsdecke eingepresster Deckel). Der Deckel fliegt, gefolgt von einer schwarzen und flüssigen Masse die niemand sehen mag (Motoröl) fliegt der Deckel über die Strecke. Was geht hier ab?

Ich schalte direkt den Motor aus, ziehe den Kupplungshebel und verlasse die Strecke. Die Streckenposten bestellen mir den Schandkarren und ich schaue mir das Desaster an - unglaublich, der Deckel fehlt. Mensch hatte ich ein Glück, man mag sich gar nicht vorstellen was wohl passiert wäre wenn ich nicht gerade runtergeschaut hätte. Die schnelle Rechts, einfahrt Mercedes-Arena, war kurz vor mir - das mit Öl auf dem Hinterrad? Ich höre lieber auf drüber nachzudenken ...

Gut 15 Minuten später bin ich zurück in der Box, habe kurz erklärt was passiert ist und sitze auf der 2ten RSV um das Rennen wieder aufzunehmen. So ein Mist aber auch, wir lagen so gut im Rennen ... Naja egal, Schadensbegrenzung und ohne Sturz durchkommen ist das Ziel.Also weiter gehts - Runden abspulen bis der Tank der RSV leer ist.

Uwe geht ein letztes mal auf der SP2 auf die Strecke und spult die letzten Runden ab. Rund 35 Minuten kann er noch in Hockenheim spielen bevor er mir das Staffelholz zurück gibt und mich die letzten 4 Runden drehen lässt.

Erschöpft aber zufrieden beenden wir das Rennen mit 6 Runden Rückstand auf den Sieger unserer Klasse (Herzlichen Glückwunsch Heinz). Diese Ergebnis lässt uns beide positiv in die Zukunft blicken - 6 Runden Rückstand bei 15 Minuten verlorener Zeit durch den technischen Defekt sind als durchaus machbar einzustufen. Somit hätten wir eine reale Chance gehabt das Rennen zu gewinnen - aber dies sollte eben, einmal wieder, nicht sein.

Egal, wir hatten unseren Spass und freuen uns auf die Saison 2012. Jetzt lassen wir erstmal die gesammelten Eindrücke der vergangenen Saison auf uns wirken und überlegen uns gemeinsam wohin die Reise in 2012 gehen mag. Wird es eine weitere Saison im Motorrad Rennsport für mich geben obwohl ich eigentlich damit abgeschlossen habe?

Es bleibt spannend ...

An dieser Stelle noch einmal Tausend Dank an Uwe und Valerija welche mir die Starts in der Saison 2011 ermöglicht haben.


Zielflagge im 3ten Versuch 2011 in der Lausitz gesehen

Donnerstag, Juni 30th, 2011

Nachdem ich dieses Jahr bereits bei 2 Rennen am Start war die Zielflagge jedoch nie erreicht habe ging es am vergangenen Wochenende zum Lausitzring um dieses Thema erneut anzugehen. Im Gepäck war neben der Aprilia RSV 1000 R, mit welcher Michael an den Start gehen sollte, auch eine Yamaha YZF R1 aus 2007 auf welcher ich mein Glück in der Klasse 6, der Open-Klasse bis 1000 ccm versuchen sollte.

Die Wettervorhersagen waren doch mehr als nur bescheiden, jeder Wetterdienst sagte etwas anderes voraus nur in einem waren diese sich einige - es sollte Nass werden. Schlechte Vorhersagen wenn man bedenkt dass am vergangenen Wochenende doch die DTM am Eurospeedway zu Gast waren und entsprechend Gummi auf der eh schon sehr rutschigen Strecke gelassen haben. In Kombination mit Regen kann das nur eine rutschige Angelegenheit bedeuten ...

Am Samstag morgen saß ich dann das erste mal auf der für mich neuen R1 und rollte zur ersten Dauerprüfung. Man sitzt doch verdammt hoch und ungewohnt auf dem Ding, die Fussrasten sind viel zu hoch, die Lenkerstummel passen noch nicht so wirklich - hoffentlich läuft es besser als es sich anfühlt.

Diese Hoffnung sollte sich in den ersten Runden nicht wirklich bestätigen. Nachdem ich mir den Streckenverlauf wieder grob in den Kopf zurück geholt hatte versuchte ich das ganze etwas schneller abzuspulen. Ich biege auf die Gegengerade ein, die R1 hebt das Vorderrad und die linke Hand befindet sich samt Lenkerstummel fast am Tank - da war sie vorher aber nicht. Also vorsichtig ab zurück ins Fahrerlager - Lenkerstummel neu einstellen und richtig fest ziehen. Kurz danach geht es wieder raus auf die Strecke.

Einige Runden später erinnere ich mich dann auch wieder an die Bremspunkte meiner 750er. Nun gut, also das alles etwas schneller und die Bremspunkte nach hinten verlagern. Das halte ich genau 2 Runden aus bis mir der Leistungsunterschied deutlich bewusst wird - in bester Wild-West-Manier fahre ich gerade aus ins Kiesbett und kann gerade so noch einen Sturz verhindern. Knapp wars.

Bereits in der ersten Dauerprüfung stelle ich fest dass die R1 nichts für mich ist. Ich komme einfach nicht zurecht mit dem Motorrad. Ich fühle mich wie der berühmte Affe auf dem Schleifstein, die Beine hinterm Kopf hängend, Handlichkeit ist was anderes - in die Kurve bekomme ich die 1000er nur unter Androhung extremster Gewalt - das taugt so alles nicht. Egal, Runden abspulen und das beste draus machen.

Als Gaststarter gehe ich in Klasse 6, der Offenen 1000er Klasse, vom vorletzten Platz (Platz 24) an den Start. Ich freue mich dass es nicht der letzte Platz ist, so habe ich eine theoretische Chance nicht letzter zu werden. Ich rolle in die Startaufstellung, blicke links neben mich und muss anfangen zu lachen als ich sehe wer da steht - Lorenz Sennhauser, ein Starter aus der Schweizer Meisterschaft ist auch zum Gaststart da und hat uns in der Dauerprüfung schon gezeigt wo es lang geht. Um es vorweg zu nehmen, Lorenz hat klar gewonnen und ist nebenbei die schnellste Zeit des Wochenendes gefahren.

Die Ampel ist an, der erste Gang eingelegt, Drehzahl erhöht und der Blick auf die Ampel fixiert. "Bloß nicht zu viel Gas" geht mir durch den Kopf, die R1 sollte bitte heil in der ersten Kurve angehen. Plötzlich frage ich mich warum die Ampel wohl aus ist, ich aber noch immer hier rumstehe. So ein Mist, den Start hab ich ja wohl völlig verpennt, also Gas. Ich überhole noch einige Mitstreiter vor der ersten Kurve und nehme das Rennen, wenn auch etwas verspätet auf.

Die R1 fühlt sich nach wie vor einfach nicht gut an, ich brauche viel zu viel Kraft um die Yamaha in die Kurven zu bekommen, die Bremse passt mir auch nicht so wirklich und beim Rausbeschleunigen driftet mein Hinterrad zum Kurvenäußeren. Das ist nun wirklich nicht mein Tag. Egal, ich versuche an André dran zu bleiben, lasse dann aber nach einigen Runden und diversen Rutschern lieber abreissen. Für mich geht es ja um nix und ich bin nicht letzter - also wenigstens die Zielflagge erreichen. Ich blicke mich um, weit und breit niemand hinter mir, gut dann kann ich langsamer machen - also Speed raus nehmen. André verabschiedet sich recht fix und ist aus dem Blickfeld verschwunden.

Ich drehe einsam meine Runden, keine Ahnung auf welcher Position aber ist im Grunde ja egal. Ein Blick auf die Uhr, ah noch 2 Runden. Dann etwas mit dem ich nicht gerechnet hätte, ende der Gegengerade taucht plötzlich ein Vorderrad neben mir auf. Häh, jetzt überrundet - nee der ist zu langsam für den ersten Platz - das kann ja wohl ned sein ich hab meinen Vorsprung verbummelt. Die wildesten Schimpfworte fliegen mir durch den Helm, ich versuche wieder Fahrt aufzunehmen und schliesse langsam auf. Erneut ende der Gegengerade bin ich nah dran - gut, dann versuche ich es in 2 Kurven - denke ich mir zumindest als gerade Lorenz an mir vorbeifliegt. Ich bin ein wenig irritiert und muss eine weitere Linie gehen - vorbei mit der Idee des Angriffs - Oliver ist weg.

So komme ich als 16ter über die Ziellinie und werde abgewunken - wenigstens etwas.

Auf jeden Fall war es ein lustiges Wochenende und es war schön die ganzen Verrückten wieder mal zu sehen. Mein Glückwunsch an Frank, Moritz und ganz besonders an Marc, der einen Sensationellen 9ten Platz in der 600er Klasse herausgefahren hat.

Die Frage wie es jetzt weiter geht kann ich allerdings noch nicht genau beantworten. Fakt ist, ich werde wohl noch das ein oder andere mal als Gast am Start stehen - auf welchem Motorrad und in welcher Klasse steht in den Sternen. Die R1 wird es jedoch auf keinen Fall mehr sein :)


Das Unheil nimmt seinen Lauf – Ausfall in Oschersleben

Freitag, Juni 10th, 2011

Nach dem bereits verunglückten Saisonstart bei den 1000 Kilometern von Hockenheim stand der nächste Start zum Langstreckenrennen in Oschersleben auf dem Plan. Plan, das ist ein gutes Stichwort, der hat nämlich mal wieder überhaupt nicht hingehauen. Ursprünglich wollte ich am Donnerstag gemeinsam mit meinem Cousin Frank auf seiner ZXR 400 im Langstreckenrennen starten, anschliessend am Samstag gemeinsam mit Uwe und Roland das Langstreckenrennen auf der RSV in Angriff nehmen und am Sonntag im Seriensport an den Start gehen.

Nachdem Uwe beschloss einige Montagstrainings in Hockenheim zu besuchen um die Motorräder nochmal ordentlich zu testen und selbst noch ein paar Sekunden zu finden entschied ich mich diesen Plan zu teilen und ihn vor Ort zu unterstützen. Dummerweise hätten wir dies mal besser lassen sollen denn Uwe stürzte in der Spitzkehre mit der RSV und brach sich hierbei 3 Rippen. Somit war der Plan gemeinsam die Langstrecke in Angriff zu nehmen dahin. Nachdem dann bald klar war dass Uwe nicht mit nach Oschersleben kommen kann habe ich mich kurzfristig entschieden den Start im Seriensport auch zu canceln und nur mir Frank die 2 Stunden in Angriff zu nehmen.

Also ging es in Richtung Osten – nach Oschersleben. Das Fahrerlager schön gefüllt, das Wetter perfekt, ein volles Starterfeld und das Motorrad gut vorbereitet – das kann doch nur klappen. Gemeinsam gingen Frank und ich auf seiner Kawasaki ZXR 400 an den Start.

Da Frank das erste mal in Oschersleben war entschieden wir dass ich nur 10 Minuten im ersten Qualifying nutzen würde um eine anständige Startposition herauszufahren, die restlichen 50 Minuten sollte Frank nutzen um die Strecke kennen zu lernen. Petra stoppte mit der Uhr eine Zeit um die 1:45 – gut das sollte für einen Platz in den ersten Reihen genügen. Frank kam gut zurecht und wurde langsam schneller – wir hatten ein gutes Gefühl. Als wir dann den Startplatz sahen wurde dieses Gefühl wieder zunichte gemacht – Startplatz 16. Dier Erklärung hierfür klang logisch – es wurden nur die Zeiten vom 2ten Qualifying herangezogen, beim ersten gab es ein Problem mit der Zeitnahme. Nun gut – dann eben aus dem Mittelfeld starten …

Um 16 Uhr stand ich dann auf der Strecke, das Motorrad wurde von Frank auf der Gegenseite gehalten, ich blickte nach rechts und links – mensch ganz schön voll hier – ob das alles gut geht? Das Schild “noch eine Minute” wird hochgehalten, langsam in Position gehen. Der Start erfolgt, ich sprinte zum Motorrad und bin als einer der ersten auf dem Moped. Mist, sie springt nicht direkt an – ah jetzt ja – los gehts. Die ersten Fahrer drücken sich schon an mir vorbei – so war aber nicht gewettet. Es geht auf die Brücke zu, warum bremsen die alle – wir fahren doch nur kleine und leichte Mopeds – egal durch da. In der Hotelkurve fahre ich aussen an ein paar Mitstreitern vorbei, Bremse mich vor der Hasseröder weiter vorbei und gehe als 8ter auf die Trippel zu. Gut – immerhin schonmal ein paar Plätze gewonnen … Ich richte noch 3 Gegner hin und komme auf Position 5 aus der ersten Runde – das schaut gut aus.

Runde um Runde komme ich besser mit dem für mich ungewohnten Motorrad zurecht und überhole Gegner um Gegner. Ich hab zwar keine Ahnung auf welcher Position ich bin – ich schätzte mich mal auf Position 3. Nach 45 Minuten übergab ich dann das Moped wieder zurück an Frank – er ging auf die Reise.

Kurz danach kamen die Zeiten und Positionen auf Papier in die Boxengasse – Wir liegen auf Position 1 der Gesamtwertung. Whow – das ist ja besser als vermutet – es gibt quasi kaum Verbesserungspotential … Frank dreht seine Runden und ist kaum langsamer als ich – das sieht doch gut aus.

Ich sitze gemeinsam mit Julia in der Boxengasse auf unseren Stühlen – es sind etwa 35 Minuten rum. Noch gut 10 Minuten und ich darf wieder raus. Ich freue mich darauf die kleine nochmal 30 Minuten lang um den Kurs prügeln zu dürfen und träume vom Gesamtsieg. Warum schaut Petra nur so komisch während Sie an der Boxenwand steht? Einige Blicke gewechselt – und klar ist Frank ist überfällig. Moritz läuft zur Zeitnahme und kommt mit der schlechten Nachricht zurück – Frank ist gestürzt … das Motorrad kommt zur technischen Abnahme, dem Fahrer geht es gut.

Wir verlassen die Boxengasse und wollen gerade zur technischen Abnahme sprinten als Frank uns entgegenkommt. Er beruhigt uns und meint nur wir hätten jetzt viel Zeit … weiter fahren wäre nicht mehr drin. Nun gut, das nehmen wir mal so hin, packen ein und begeben uns zurück zu unserem Lager.

Nun gut, Frank hat in der Hotelkurve das Vorderrad verloren und ist abgestiegen. Das Motorrad hat sich, ebenso wie Frank, überschlagen. Nur sah Frank doch noch deutlich besser aus als das Motorrad (wer Frank kennt der weiss, dass das normal nicht der Fall ist *g*). Hauptsache Frank ist OK … Das Motorrad bekommen wir schon wieder hin – bis Sonntag – hier soll Frank im Seriensport auf der zerstörten 400er an den Start gehen.

Beim nächsten mal wird alles besser – sollte der MSF Sauerland wirklich im September nochmal ein solches Langstreckenrennen für die Klasse 5 durchführen werden wir wieder am Start sein – und dieses mal ankommen … und zwar vorne ;)


Der Fluch von Hockenheim – Kupplung versagt

Donnerstag, April 28th, 2011

Am vergangenen Osterwochenende war es wieder so weit, der ADAC Hessen Thüringen e.V. lud zu den 1000 Kilometern nach Hockenheim ein. Auch ich war einmal mehr am Start und wollte nach den vergangenen 2 Ausfällen nun endlich das Ziel einmal wieder erreichen.

Als eines von 3 Teams des “Classic Superbike Team Bilek” ging ich gemeinsam mit Roland Kohlberg, einem Fahrer aus dem ADAC Minibike Cup, auf einer Aprilia RSV 1000 R Factory an den Start. Der Blick auf die Wettervorhersagen liessen ein super Wochenende erwarten, Sonne Sonne und nochmal Sonne – eine Wohltat wenn man an den verregneten Start vom letzten Jahr zurückdenkt …

“Ankommen und nicht hinfallen” – so hieß unser Motto.

Roland ging als erste mit der RSV auf die Strecke, mit Sicherheit ein besonderer Moment für ihn. Ist es doch das erste mal dass er ein “Männermotorrad” auf einer echten Rennstrecke im Rennbetrieb bewegt. Um mal eines vorweg zu nehmen, er machte seinen Job echt super und zog sauber seine Runden. Die Rundenzeiten selbst konnten sich durchaus sehen lassen und waren im Verkehr im Bereich der 2:02. Aus meiner Sicht für das erste Rennen echt super.

Nach gut einer Stunde kam Roland dann zurück zur Box zum planmäßigen (wir hatten entschieden so lange zu fahren bis die Tankleuchte angeht, maximal jedoch eine Stunde) Tankstop und Fahrerwechsel. Der Tank selbst wurde gefüllt und schon ging ich raus auf die Strecke. Nach einigen kleine Verschaltern (“normales” Schaltschema ist schon komisch wenn man das ewig nicht gefahren hat) kam ich langsam aber sicher immer besser mit der RSV zurecht und pendelte mich bei Zeiten zwischen 1:57 und 2 Minuten ein.

Der erste Schock des Tages kam dann bereits in der 25ten Runde. Ich fuhr gerade in einem kleinen Pulk auf die Sachskurve zu und wollte mich innen an 2 Kontrahenten vorbeibremsen. Plötzlich stotterte der Motor und nahm kein Gas mehr an, beim Aufstellen der Maschine kam das Gas wieder und ich konnte um die Kurve rollen. Kurzes überlegen, ich bin gerade mal 50 Minuten draussen – ob der Tank leer ist?
Warum springt die Tankleuchte nicht an?
Kurz danach rollte ich über den Rettungsweg zurück ins Fahrerlager und durfte die RSV dann zurück in die Box schieben. Schon etwas nervig ein Rennmotorrad durch Menschenmassen schieben zu müssen die sich Ihre blöden Kommentare nicht verkneifen können, aber immerhin war es nicht weit ;)

Die Boxencrew schaute nicht schlecht als ich anstatt über die Strecke durch die Box kam, reagierte aber sehr schnell und tankte die RSV so dass Roland, der bereits wieder bereit zum Fahrerwechsel war direkt auf die Strecke konnte. Während ich mich von dem Schock erholte und erstmal wieder zur Puste kommen mussten drehte Roland “gemütlich” seine Runden.

Wo bei uns bisher noch alles perfekt zu verlaufen schien sah das in unserer Box schon etwas anders aus. Uwe stand bereits wieder in normaler Jeans in der Box, von der R1 und Matze jedoch weit und breit nichts zu sehen. Die Aufklärung verbreitete keine grosse Freude, Matze war leider gestürzt und befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade im Medical-Center zum Röntgen. Zum Glück stellte sich später heraus dass Matze keine Verletzungen vom Sturz von sich trug.

Daniel und Michael vom 3ten “Classic Superbike Team Bilek” standen auch schon in der Box. Durch Bremsprobleme stürzte Daniel in der Sachskurve wobei der Kühler zerstört wurde. An ein weiterfahren war nicht zu denken so dass auch dieses Team frühzeitig das Einsatzmotorrad abstellen musste.

Somit waren Roland und ich die einzig verbliebenden im Rennen – ganz so hatten wir es uns das Wochenende ja nicht vorgestellt …

Wie dem auch sei, Roland kam nach 55 Minuten (wir haben die Turns nach meinem “Schieberlebnis” etwas verkürzt) rein und übergab mir die RSV wieder zurück. Kurzer Check des Bikes, Reifenbild ist perfekt (die Conti Endurance machen einen guten Job), Bremsbeläge sind in Ordnung, also wieder raus auf die Strecke.

Die RSV lief weiterhin gut und ich konnte meine Runden sauber abspulen. Es machte tatsächlich wieder richtig Spass durch das volle Fahrerfeld zu pflügen, die Bremspunkte weiter nach hinten zu schieben und ganz entspannt ohne Risiko das Motorrad um den Kurs zu prügeln. Alles fühlt sich super an, schönes Wetter, das kann ein echt guter Tag werden.

Wird es aber nicht!
Nach einigen Runden lässt sich die RSV nicht mehr richtig beschleunigen. Irgendwas stimmt hier nicht. Es scheint so als ob die Kupplung nicht richtig greift. Eine Runde später dann die Gewissheit: Im 2ten Gang fahre ich aus der Spitzkehre, der Motor dreht hoch und das Motorrad beschleunigt. Der Drehzahlmesser kommt in Richtung 8.000 U/min und findet sich nur wenige Bruchteile einer Sekunde im Begrenzer wieder – das Motorrad wird aber nicht schneller.
Erneuter Versuch im nächsten Gang, gleiches Ergebnis – die Kupplung greift nicht mehr und ich rette mich zurück in die Box.

Meine Diagnose schockt das gesamte Team, die Laune sinkt auf den Tiefpunkt. Wir schieben die RSV zurück in die Box und öffnen die Kupplung. Die Lamellen sind stark abgenutzt doch Ersatz ist keiner zu Finden. Auch der Versuch die 2te RSV zu “schlachten” und dieser die Kupplung zu entnehmen schlägt aufgrund von fehlender Kompatiblität der Teile fehl. Somit müssen wir nach gut 45 Minuten vergeblichem Schrauben aufgeben und scheiden als letztes der 3 Teams aus.

Besonders Schade ist das ganze wenn man sich die Ergebnisse des Sprintrennens anschaut. Die dort gefahrenen Zeiten lagen nur beim Erstplatzierten unter den Zeiten die wir “gemütlich” während der Dauerprüfung gefahren sind. Aus unserer Sicht wäre mit Sicherheit ein Platz auf dem Podest drin gewesen – was den Ausfall natürlich noch blöder für uns macht.

Um einmal ein Fazit zu ziehen:

  • die RSV ging gut und wir kamen beide gut zurrecht
  • Roland war schneller als ich vermutet hätte
  • das Zusammenspiel des Teams funktionierte relativ gut
  • ein Podestplatz wäre beim ersten gemeinsamen Auftritt drin gewesen
  • Im Gegensatz zu meinem Auftritt 2010 kann ich noch beide Hände bewegen :)

Zusammenfassend bleibt aus meiner Sicht nur zu sagen dass der Ausfall ärgerlich ist aber passieren kann. Vor technischen Fehlern ist niemand gefeit und wir haben aus meiner Sicht einen guten Job gemacht.
Also Mund abputzen, Motorrad wieder fit machen und sehen was im nächsten Langstreckenrennen zu holen ist.

Ich möchte mich auf diesem Weg noch einmal bei allen Helfern des Wochenendes bedanken. Ihr habt alle nen super Job gemacht, schade dass wir euch nicht mit einem Podestplatz für diese Mühen entlohnen konnten. Wir geben unser bestes dies in kürze nachzuholen ;)

Die im Artikel verwendeten Bilder stammen alle von Eike Funke und Stephen Bower welche für SportingPicture vor Ort waren.


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