Rang 3 auf der geilsten Strecke der Welt
Dienstag, September 8th, 2009Am vergangenen Sonntag ging es zum langersehnten 5ten Lauf der deutschen Seriensportmeisterschaft ans Schleizer Dreieck. Auch wenn die Strecke definitiv sehr gewöhnungsbedürftig ist und eher einer Landstrasse als einer Rennstrecke gleicht war die Vorfreude riesig. 2 mal war ich dieses Jahr zum Training hier und konnte somit meinen Kopf auf das bevorstehende Wochenende freiblasen – Racing auf der Landstrasse – so wie es mal angefangen hat …
Am Samstag morgen ging es gemeinsam mit Frank, welcher mich als erneut tatkräftig unterstützte, in Richtung Schleizer Dreieck. Dort eingetroffen bauten wir fix das Zelt auf und bezogen gemeinsam mit Dennis unser Heim für den Rest des Wochenendes. Schnell zur technischen Abnahme und gemütlich den Abend ausklingen lassen – dieses Fahrerlagerflair ist einfach etwas ganz besonderes hier – Wiese anstatt Asphalt, Zelte anstatt Boxen – einfach nur Cool.
Sonntag morgen – um 8:15 geht es los zur ersten Dauerprüfung. Ich freue mich wie ein kleines Kind wieder auf das Dreieck losgelassen zu werden. Also ab raus ins getummel und gas. Die erste Runde noch etwas verhalten steigere ich mich von Runde zu Runde und fühle mich wohler. Einfach nur Genial – das macht wieder ein Spass hier. Ich drehe meine Runden – werde von Umlauf zu Umlauf schneller und fühle mich wohler.

Am ende der Dauerprüfung kann ich mir das Grinsen nicht verkneifen – ich habe ein gutes Gefühl für heute – da geht doch was. Neue Reifen montieren, Tank auffüllen und auf den Start zum Sprinrennen warten …
15:45 – in 10 Minuten wird das Rennen gestartet. Wir rollen zur Besichtigungsrunde über das Dreieck hinein in die Startaufstellung. Mein Plan für den Start – mindestens einen Platz gewinnen und sauber durch die ersten Kurven kommen. Also Frei zur Einführungsrunde – ich probiere einen Start und komme gut weg – die ersten Kurven laufen super – genau so soll der Start laufen. Also zurück in die Startaufstellung – Position 3.
Die Ampel springt auf Rot – die Drehzahl schnellt in die Höhe. Es dauert gefühlte Stunden bis die Ampel ausgeht, die Kupplung greift und meine GSX-R springt nach vorne. Ein guter Start – Hans lasse ich hinter mir und ich komme an Oli ran. Oli zieht jedoch etwas nach links so dass ich hier nicht vorbei komme – also bleibe ich hinter ihm – Hans der rechts neben mir auftaucht muss zurückstecken – ich hab die bessere Linie und gebe heute nicht nach. Die ersten Kurven verlaufen gut – ich bin 2ter. Also geht es ab zum Bäcker – Anbremsen – kein Platz um vorbei zu kommen. Gut dann eben später – in der Senk bin ich deutlich schneller als Oli und ziehe mich heran – in der Haarnadel bremse ich mich innen rein und bin vorbei. Dummerweise im falschen Gang – also runterschalten und schauen dass ich gut wieder raus komme.

Ich bin kurz erster doch schon taucht Hans links und Oli rechts neben mir auf. Zu dritt geht es im Formationsflug auf die Schikane zu. Das wird eng – wir bremsen quasi gleichzeitig und sind noch immer nebeneinander – das ist zu eng für 3. “To Finish first, you must finish first” geht mir durch den Kopf also etwas stärker bremsen und ich gehe auf 3 durch auf die Zielgerade. Rad an Rad gehen wir über die Linie und beginnen die nächste Runde. Ich kann den Speed mitgehen – in der Senke bin ich schneller, verliere aber hier und da beim Rausbeschleunigen wieder ein paar Meter. Egal ich hab ein gutes Gefühl – weiter gehts.

Ich bin noch immer auf 3 – nur knapp hinter Oli. Wir überqueren die Ziellinie und ich habe das Gefühl schneller zu sein. Also Gas in Kurve 1 doch was ist das – ich rutsche über beide Räder und werfe meine GSX-R fast weg. Ich verliere meinen Knieschleifer und werde aus dem Konzept gebracht. Schon wieder rutschen? Das kann ja wohl jetzt ned sein. Weiter – GAS. Runter zum Bäcker der nächste Rutscher – ich komme neben die Strecke bleibe aber am Gas und komme wieder zurück. Mist – das geht ja wohl gar nicht. Der Reifen rutscht und mein Knieschleifer ist weg – ich schleife jetzt also auf Leder. Super voraussetzungen.
Kurz danach geht auch noch Martin an mir vorbei – ich bleibe hinten dran und lasse mich noch etwas mit ziehen. Einige Rutscher später muss ich sie ziehen lassen – die Chance auf einen Platz an der Sonne. Ich behalte das Führungstrio im Auge – bin aber zu weit weg um angreifen zu können. Die Überrundungen verlaufen glücklicherweise ohne grössere Probleme und ich komme immer recht gut vorbei.

Auf der Anzeige steht dass wir noch 2 Runden haben. Ich fliege runter zum Bäcker und sehe wie Martin den Bremspunkt vergeigt – er muss weit gehen und ich komme vorbei. Zurück auf 3 – wenigstens etwas. Jetzt keinen Fehler machen – bloß den Bock nicht weg werfen. Aber auch nicht zu langsam werden nicht dass Martin nochmal ran kommt …
Mit 2 Sekunden Vorsprung auf Martin gehe ich als dritter durchs Ziel. Auf der einen Seite bin ich froh mit dem Ergebnis – wenn man die Umstände des Reifenproblems und des verlorenen Knieschleifers betrachtet ist der Rang OK. Dennoch ärgerlich – es wäre heute wesentlich mehr drin gewesen.

Der Blick auf die Zeiten lässt mich jedoch wieder etwas positiver drein Blicken – eine 1:35,83 ist doch recht gut finde ich. Mehr war heute eben nicht drin – das muss ich wohl aktzeptieren.
Glückwunsch an Oli der leider nur 2ter geworden ist. Die beiden trennen nun noch 0,5 Punkte zur Meisterschaft. Ich kann mit meinen 15 Punkten Rückstand hier wohl nicht mehr eingreifen.
Die ersten Bilder vom Wochenede sind bereits wie gewohnt auf SportingPicture.com verfügbar



